Friday, 30. january 2009
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07:22
Dem ein oder anderen mögen die Ergebnisse zum Ernährungsverhalten
der Deutschen aus der Studie eines Nahrungsmittelherstellers suspekt sein...
Die greifen vielleicht lieber auf die Nationale Verzehrsstudie des BMELV
zurück:
"Wie isst Deutschland? – Antworten benötigen insbesondere die
Verantwortlichen öffentlicher Präventionsmaßnahmen im Hinblick auf gesundheitliche Weichenstellungen. Die erste Nationale Verzehrsstudie liegt bereits 20 Jahre zurück. Daher ist es notwendig, ein
aktuelles repräsentatives Bild von Ernährung und Essen in Deutschland zu erhalten. Dies können die Daten der NVS II liefern, welche hier vorgestellt werden."
Warum eine Nationale Verzehrsstudie?
"Ob Pizza zum Mitnehmen oder exotische Früchte, immer mehr Snack-Stände im Kino oder an der Tankstelle - das
Lebensmittelangebot und unsere Ernährungsgewohnheiten haben sich in den letzten Jahren deutlich geändert. Es ist daher zu erwarten, dass sich auch die Nährstoffversorgung verändert hat. Keiner
weiß das jedoch genau. Die letzte repräsentative Erhebung liegt fast 20 Jahre zurück und betraf nur die alten Bundesländer. Aktuelle Informationen als Grundlage für konkrete
Ernährungsempfehlungen und die Verbraucheraufklärung in Deutschland sind dringend notwendig."
(Das hat Nestlé sich wohl auch so ähnlich gedacht. Vielleicht mit etwas anderen Zielen...?)
Die Ergebnisse zum Download finden sich hier
von équilibriste
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veröffentlicht in: Lebensstil, Ernährung, Prävention
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Thursday, 29. january 2009
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18:48
Dass übergewichtigen Patientinnen, die an Inkontinenz leiden, oft schon eine Gewichtsreduktion hilft meldet die Ärztliche Praxis und verweist auf das "Program to Reduce Incontinence by Diet and Exercise" (PRIDE) der University of California, San Francisco (USA). In dessen Rahmen
wurden 338 übergewichtige Inkontinenz-Patientinnen untersucht.
Diet and Exercise? Das lässt ja schon vermuten, dass es mit Abmehmen allein vielleicht doch nicht getan ist.
Die Probandinnen nahmen entweder sechs Monate lang an einem intensiven Programm zur Gewichtsreduktion teil, das Ernährungsumstellung und Sport einschloss
oder wurden über die Effekte von Ernährung und Bewegung informiert, erhielten jedoch kein direktes Training.
"Die Teilnehmerinnen and dem Intensiv-Programm hatten nach einem halben Jahr durchschnittlich acht Prozent ihres Körpergewichts (7,8 kg) verloren.
Sie berichteten, dass sich die Rate der wöchentlichen Inkontinenz-Episoden um nahezu die Hälfte (47 Prozent) verringert hatte."
Wie schön! Könnte es nicht auch am Training gelegen haben, womöglich wurden sie sogar zu speziellem Beckenboden-Training angeleitet...?
Aber was soll's - ist zumindest ein weiterer guter Grund zum Abnehmen. Und so manch eine wird vielleicht genau dadurch dazu motiviert.
Ach ja - mit Stöckelschuhen soll's auch funktionieren
(nein, nicht das Abnehmen, das Bebo-Training
)
Bleibt die Frage, wie das bei den Männern ist...
von équilibriste
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veröffentlicht in: Abnehmen, Inkontinenz, Beckenboden
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Thursday, 29. january 2009
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09:12
Dazu hat das Gesundheitsportal imedo ein Interview mit dem Ernährungsmediziner Martin Lemperle geführt.
Es geht um Ernährungslügen und Ernährungsmythen, Nährstoffe und Nahrungsmittel, Kinder und Erwachsene, Functional Food und Nahrungsergänzungsmittel.
So weit - so gut. Bis auf die Nährstoffrelationen...
"Im Allgemeinen kann man sagen, dass 50 Prozent der Nahrung aus Kohlenhydraten bestehen sollte, 30 bis 35 Prozent aus Fett und 15 bis 20 Prozent
aus Eiweiß."
Imedo fragt auch noch: "30 Prozent Fett klingt viel, worauf muss man dabei achten?"
Erst einmal muss man beachten, dass diese Aussage so nicht stimmt! Die Empfehlungen zur Relation von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten beziehen sich nämlich nicht auf den Massen- oder Volumenanteil
dieser Nährstoffe (also z.B. 200 g Kohlenhydrate, 135 g Fett und 65 g Eiweiß) . Das klingt dann nicht nur viel, das ist (zu) viel!
Richtig ist es, statt von Nahrung von Nahrungsenergie zu sprechen. Und weil Fett mehr als doppelt soviel Energie (9 kcal/g) wie Eiweiß oder Kohlenhydrate (4 kcal/g)
liefert, sieht das Mengenverhältnis dann schon ganz anders aus.
Zu groben Orientierung: etwa gleich viel Fett und Eiweiß und die drei- bis vierfache Menge an Kohlenhydraten. (siehe auch Graphik unter o.a. Link)
von équilibriste
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veröffentlicht in: Lebensstil, Ernährung, Prävention
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Wednesday, 28. january 2009
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08:25
Oder: Eat, Drink, Men, Women
- die Nächste... Nein, der Film hat keine Fortsetzung bekommen, das ist schon der letzte Teil einer Trilogie.
Ich bin wieder beim Gender-Aspekt in der Ernährung.
Was Cola-Hersteller schon längst wissen (diet-coke - bei uns heißt's "light" - ist nur für
Mädels) , ist nun auch bei den Ernährungsexperten angekommen:
Diät ist
Frauensache!
Dazu braucht man sich nur die gängigen Diätprogramme hinsichtlich Portionsgröße und Nahrungsmittelauswahl anzuschauen:
Von der Menge, die da auf dem Teller liegt, wird oft nicht einmal eine "5-Mahlzeiten-am-Tag"-gewohnte, BMI-ideale Frau satt, geschwiege denn ein (übergewichtiger) Mann.
Und was gibt es denn so bei einer Diät? Viel Obst, Gemüse, ein bisschen Reis und Nudeln (bitte Vollkorn, s. Brot beim Frühstück), mageres weißes Fleisch oder Fisch, fettfrei zubereitet und
quietschenden Magerkäse.
Besonders in außer-Haus-Situationen nicht ganz einfach für den Mann...
"Außer-Haus-Situationen wie die Speisenwahl im Restaurant eignen sich zur Inszenierung der Geschlechtszugehörigkeit ganz besonders, da andere
daran teilhaben. Entsprechend werden zunächst unabhängig vom Geschlecht bestehende individuelle Vorlieben entweder kultiviert oder zurückgenommen. So wählen Männer in diesen außerhäuslichen
Esssituationen kaum vegetarische Gemüseaufläufe oder Süßspeisen als Hauptgericht, da geschlechtsdifferenzierende Zuschreibungen eher ein deftiges Fleischgericht nahe legen. Ebenso wird über die
Menge die Geschlechtszugehörigkeit manifestiert, wenn Frauen beispielsweise eher die Wahl einer halben Portion („Seniorenteller“) zugebilligt wird als (jungen) Männern. Kommentare der sozialen
Umwelt bestätigen eine „männliche“ oder „weibliche“ Speisenwahl sowie Essverhalten und verstärken dadurch das „männliche“ oder „weibliche“ Verhalten."
(Silke Bartsch, Ernährungs Umschau 11/08 ab Seite 672)
Ob fehlende "Männer-Diäten" nun der Grund dafür sind, dass mehr Männer als Frauen übergewichtig sind?
"51 Prozent der deutschen Frauen leiden an Übergewicht, aber 66 Prozent der Männer. Obwohl so viele deutsche Männer zu viel Speck auf den Hüften
tragen, haben nur sechs Prozent in den letzten beiden Jahren eine Diät versucht – gegenüber 28 Prozent der Frauen."
Mit ein Grund ist der Mangel an speziellen Männer-Programmen wohl schon. Grundsätzlich müssten die Männer aber zuerst einmal erkennen, dass sie ein Gewichtsproblem
haben und nicht trotz ausgeprägter Wampe ernsthaft meinen, sie hätten eine gute Figur.
Erst dann kann Mann sich die entspechende Strategie (Wieso schreibe ich hier nicht Plan sondern Strategie?) zurechtlegen, um gegen sein Übergewicht anzugehen.
Dazu empfiehlt der Focus:
– Ein kompetenter Fitnesstrainer oder Arzt muss das Bewusstsein für das Problem Übergewicht und die
Folgen schärfen – dies ist nicht die Aufgabe von Partnerinnen und Ehefrauen.
– Rezepte und Speisepläne müssen auf maskuline Bedürfnisse zugeschnitten sein und auch Genüsse (gelegentliches Bier, Wurst, Schokolade) enthalten – möglichst wenig Verbote.
Na dann mal los!
Upps! - Fitnesstrainer oder Arzt... Wo ist der Ernährungsberater?
von équilibriste
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veröffentlicht in: Ernährung, Diät, Gender, abnehmen
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Tuesday, 27. january 2009
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07:43
Jedes Lebensmittel ist ein Symbol, auch für die Platzierung der
Geschlechter. Symbole sind Zeichen, die miteinander kombiniert werden können und so in sozialen Kontexten funktionieren. Man kann von einem
„kulinarischen Codesystem“ zur Kommunikation sprechen.
Klaus-Peter hat zu den Frühstücksgewohnheiten kommentiert:
"Müsli und Obst zum
Frühstück sind tendenziell eine Domäne der Frauen. Insgesamt kann sich aber nur jeder vierte Deutsche für die gesunden Körner begeistern.!
Klar, die 3/4, die kein Müsli essen, denken bei der Lektüre von solchen Journalistischen Spitzenleistungen ja auch, dass im Müsli die Körner herumschwimmen, es also nur etwas für Spatzen und
ähnliches Getier ist und ungenießbar. Das Vorurteil "Körnerfresser" gibt es immer noch..."
Und tatsächlich: Müsli wird von vielen mit „lustfeindlich“, „öko“ assoziiert. Das geht so weit, dass besonders in den 1980er Jahren ökologisch ambitionierte Personen als „Müslis“ tituliert wurden.
Müsli essende Männer wurden außerhalb ihrer sozialen Gruppen eher als Frauen verspottet.
Heute ist allerdings ein Wandel sichtbar, z. B. ist Müsli als Botschaft für Fitness „salonfähig“ geworden. Dieses neue fitte (gesunde?) Image ist sicher mit ein Grund für das mittlerweile riesige
Angebot an Fertig-Müslimischungen und Frühstückscerealien - auch wenn diese mit einem Müsli in seiner ursprünglichen Form fast nichts mehr gemein haben und oft genug nicht
einmal mehr ansatzweise "gesund" sind...
... aber schnell gemacht, knusprig und lecker. Und ein sportliches Image ist für den modernen, gesundheitsbewussten Mann doch nie verkehrt. 
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