■ Nicht jede Lebensmittelunverträglichkeit ist auch eine Allergie, obwohl sich die Symptome manchmal sehr ähneln. Ein Drittel der Bevölkerung vermutet hinter ihren
Beschwerden eine Lebensmittelallergie. Nachweisen lässt sich diese allerdings nur bei ca. 2,6 % der Bevölkerung. Lebensmittelintoleranzen sind insgesamt gesehen jedoch wesentlich häufiger als
Lebensmittelallergien. So leiden etwa 15 –22 % der Deutschen unter einer Laktoseintoleranz und 30 – 40 % unter einer Fruktosemalabsorption. Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfälle oder
Nesselausschlag, Schwellungen und Fließschnupfen nach einer Mahlzeit können also auch die Folge einer Lebensmittelintoleranz sein. Den Unterschied zwischen einer Lebensmittelallergie und einer
-intoleranz erläutert Dipl. oec. troph. Ute Körner, Bornheim.
■ Lebensmittelallergien und -intoleranzen werden unter dem Begriff „Lebensmittelunverträglichkeiten“ zusammengefasst (siehe Kasten). Charakteristisch für Lebensmittelunverträglichkeiten ist: Der
Verzehr eines bestimmten Lebensmittels oder Lebensmittelinhaltsstoffs, der von Gesunden problemlos vertragen wird, führt bei empfindlichen Personen zu wiederholbaren Symptomen. Die Beschwerden
verschwinden jedoch nach Weglassen des unverträglichen Lebensmittels wieder.
■ Eine Lebensmittelallergie ist stets eine immunologisch vermittelte Reaktion, an der meist Antikörper der Klasse IgE beteiligt sind. Voraussetzung für die Entstehung ist ein vorangegangener
Kontakt mit dem Lebensmittelallergen, der zur Aktivierung des Immunsystems durch Bildung von IgE-Antikörpern führt. In dieser Phase sind die Antikörper oft schon im Blut nachweisbar, doch
frühestens beim zweiten Verzehr des Lebensmittels reagieren sie mit dem Allergen. Dieser so genannten Antigen- Antikörper-Reaktion folgt eine Freisetzung von Mediatoren, insbesondere Histamin,
was zu den typischen allergischen Symptomen führt. Das sind z. B. Kribbeln und Kratzen in Mund und Rachen, Nesselfieber, Hautekzem, allergisches Asthma, Blähungen, Durchfall oder Erbrechen. Die
Symptome treten meist innerhalb von 30 – 40 Minuten nach dem Verzehr des Lebensmittels auf. Oft lösen dann bereits kleinste Mengen des Lebensmittels eine allergische Reaktion aus. Sie kann im
Einzelfall sehr heftig, z. T. auch lebensbedrohlich sein. Mitunter reichen bei einer Kuhmilchallergie bereits ein Teelöffel Kuhmilch und bei einer Erdnussallergie schon 2 mg Erdnusseiweiß aus.
Die Auslöser einer Lebensmittelallergie werden als Lebensmittelallergene bezeichnet. Das sind Eiweiße oder Verbindungen aus Eiweißen und Kohlenhydraten (Glykoproteine), die überwiegend
Bestandteile unserer Grundnahrungsmittel sind, wie Milch, Ei, Fisch, Getreide, Obst, Nüsse und Gemüse. Zucker und Fette sind als Allergene nicht bekannt. Jeder Lebensmittelallergiker hat sein
individuelles Spektrum an Allergenen, auf die er mit allergischen Symptomen reagiert. Die Reaktion ist ebenfalls individuell unterschiedlich. Eine pauschale Eiweißallergie gibt es nicht.
Quelle: "richtig essen - gesünder leben" (cma)
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