Letzten Herbst erschien in Deutschland das Magazin "Rich". Ein Heft für die, die richtig reich sind, der Inhalt: nur, was richtig luxurös ist.. Nach drei Monaten war es weg vom Fenster, ein Flop.
Das offensichliche Zur-Schau-Stellen von Luxus und Reichtum ist "out". Immer häufiger wird das Prinzip umgekehrt, man leistet es sich, den Luxus nicht offen zu zeigen. Wer mit Markennamen um sich wirft, sie Kleidung u.a. spazieren trägt, ist bloß noch peinlich. Die, die sich auskennen, sehen den Wert auch ohne den Wink mit dem Zaunpfahl. Man gibt das Geld nicht mehr für etwas aus, was alle anderen auch für (viel) Geld haben können, sondern kauft lieber Nischenprodukte, z.B. die Wolljacke mit dem Futter aus geschorenem Zobel, handgeschöpftes Papier, limitierte Auflagen...
Bei der neuen Art, mit Luxus umzugehen, ist das Herzeigen nicht mehr wichtig, sondern der kultivierte Genuss, der vor allem für einen selbst besimmt ist.
Bis jetzt ging es nur um das Materielle und damit um Geld. Und was ist mit denen, die nicht soviel davon haben? Zum Glück gilbt es auch Luxusgüter, die man nicht mit Geld bezahlen kann. Zeit, die ich mir selbst (um mich selbst zu erkunden oder mir Gutes - Sport, Entspannung, oder was immer ich mag - zu tun) oder anderen schenke, Stille und Ruhe, in die ich mich zurückziehe, die Freiheit, auch mal "nein" zu sagen, ein paar Minuten, in denen ich für niemanden erreichbar bin (Handy aus!), Zuwendung, die ich auch einfach mal nur empfangen darf...
Das kostet kein Geld, manchmal aber den Mut, sich von Gewohnheiten, Vorstellungen oder Erwartungen zu lösen.
Trau' dich - und genieße es!