Sich selbst entdecken, die eigenen Bedürfnisse erkennen, Ziele setzen und erreichen - zufrieden und glücklich werden, das auch ausstrahlen und an Attraktivität und Lebensqualität gewinnen.
(aid) - Trotz vielfältiger Bemühungen um Ernährungsaufklärung sind 15 Prozent der Grundschulkinder übergewichtig, sechs Prozent sogar krankhaft. Nachhaltigen Erfolg hatte der Ernährungsunterricht in einer Studie der Universität Dortmund vor allem dann, wenn die Kinder durch Zielvereinbarungen motiviert und die Eltern einbezogen wurden. Das berichtete Dr. Mareen Molderings auf der Tagung „Groß und stark werden - gesund bleiben“ der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft (dgh) am 4. und 5. April 2008 in Münster. Molderings hatte die „Selbstwirksamkeit als Beitrag zur Ernährungserziehung“ bei Grundschulkindern untersucht. Wer glaubt, auch in schwierigen Situationen selbstständig handeln zu können, ist bekanntermaßen gesünder und erfolgreicher. Die Studie überprüfte nun, wie eine erhöhte Selbstwirksamkeit schon bei Grundschulkindern zu einem verbesserten Ernährungsverhalten beitragen kann. An verschiedenen Lernstationen erarbeiteten sich die Dritt- und Viertklässler Wissen und Kompetenzen, um die Qualität ihres Schulfrühstücks zu beurteilen. Die Eltern der Kinder konnten sich auf einem Informationsabend ebenfalls intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Allerdings nahmen nur 40 Prozent der Eltern diese Gelegenheit wahr. In der darauf folgenden Erhebung zeigte sich, dass vor allem die Kinder der informierten Eltern das erwünschte Frühstück in der Brotdose hatten. Als Maßnahme zur Stärkung der Selbstwirksamkeit schloss die Klasse in der nächsten Studienphase eine so genannte Zielvereinbarung: Auf Basis der vorangegangenen Frühstücksbewertung formulierten die Kinder gemeinsame Ziele zur Verbesserung der Qualität. In den folgenden Monaten überprüften sie immer wieder unangekündigt die mitgebrachten Schulfrühstücke. Durch dieses Ziel angespornt verbesserte sich das Frühstücksverhalten aller Kinder weiter, besonders jedoch bei denen, deren Eltern nicht am Informationsabend teilgenommen hatten. Es ist also zu vermuten, dass die Kinder zu Hause ein ausgewogenes Frühstück eingefordert hatten. Inwieweit die erhöhte Selbstwirksamkeit der Kinder auch das Essverhalten der Eltern beeinflusst hat, war (leider) nicht Gegenstand der Dortmunder Studie.
aid, Monika Heinis
Weitere Informationen:
Eine ausführliche Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie in der aid-Zeitschrift „Ernährung im Fokus“, Ausgabe 02/08, S. 38-45 (2008), zu bestellen über eif@aid.de oder zum kostenpflichtigen Download für 1,00 Euro unter www.ernaehrung-im-fokus.de.